Buddhismus

Buddhistische Lehre

Der Buddhismus gilt gemeinhin als naturfreundlich und umweltbewusst. Bäume zum Beispiel spielten im Leben des Buddha eine beträchtliche Rolle.

In den meisten asiatischen Ländern herrschen große Umweltprobleme. Diese rüttelten einige Buddhisten bereits in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf. Sie protestierten in den USA mit als erste Umweltaktivisten zum Beispiel gegen die sorglose Lagerung von Atommüll. In Thailand versuchten buddhistische Mönche gleichzeitig die Abholzung des tropischen Regenwaldes zu verhindern.

Bäume gelten als besonders schützenswert,  dürfen nicht gefällt oder beschädigt werden.  Der Prinz Sidharta ist in einem Garten in Lumbini, heutigen Nepal etwa 560 v. Chr. unter einem Baum geboren. Der Prinz Sidharta Gauthama fand unter einem Baum in Bodh Gaya, Bihar, India in zur Erleuchtung. Von nun an lehrt er 45 Jahre lang, gründet einen Mönchs- und einen Nonnenorden und gewinnt viele Laienanhänger. und er ist in einem Garten, in Kusinara, Indien gestorben.  

Ein Ableger des Baumes in Bodh Gaya, Indien, an dem Prinz Siddharta Gautama durch tiefe Meditation zur Erleuchtung Erlangte. Anschließend verbrachte der Buddha die nächsten 49 Tage in der Nähe des Baumes geblieben geblieben und seine Dankbarkeit gezeigt. Die Nonne Bhikkhuni Sangamitta, die Tochter von Ashoka, brachte einen Ableger des Baumes nach Sri Lanka, wo der lankische König Devanampiyatissa ihn im Mahavihara-Kloster in Anuradhapura pflanzte, wo er noch heute gedeiht.

Buddha empfahl den Mönchgemeide im Schatten des Laubes zu meditieren. Zu den Ordensregeln (Vinaya) für buddhistische Mönche und Nonnen gehört es, keine Bäume zu fällen, ja nicht einmal Äste abzusägen, sondern nur auf dem Boden liegendes Holz aufzusammeln. Auch soll der Boden nicht aufgerissen oder gepflügt werden, um keine Kleinstlebewesen zu schädigen. Wasser empfiehlt der Buddha sparsam zu verbrauchen und es zuvor durch ein Netz zu filtern. Tie­re nicht zu töten oder zu quälen, gehört zu den Grundübungen buddhistischer Ethik.

2002 nahmen Vertreter der Deutschen Buddhistischen Union an einem vom damaligen deutschen Umweltminister initiierten Gespräch aller großen Religionen in Deutschland teil, in dem mit seiner Beteiligung eine gemein­same Antwort auf die bevorstehende globale Klimaveränderung besprochen und beschlossen werden sollte.

Für den Buddha ist der Mensch Teil des alles umfassenden, miteinander vernetzten, einander bedingenden, sich wechselseitig hervorbringenden, gegenseitig enthaltenden, prozesshaften Geschehens der Wirklichkeit. Die Lehre von „Paticca Samuppada “, „bedingtes Entstehen“, beschreibt die Bedingtheit aller individuelles Dasein ausmachenden körperlichen und geistigen Phänomenal.  Paticca Samuppada hat den Charakter eines Kreislaufs.

Wir müssen gründlich Abschied nehmen von der Gier getriebene Unterwerfung der Natur, die diese zerstört oder ins Chaos treibt. Je mehr wir versuchen, die Natur zu unterwerfen und uns anzueignen, umso mehr entzieht sie sich unberechenbar unserem Zugriff. Eine wieder „wild“ gewordene Natur wird der Mensch nicht überleben. Nur das aktive Nichtstun, das bewusste Loslassen des Ziels der Naturbeherrschung und -ausbeutung kann die Natur und den Menschen noch retten.

Der besondere Beitrag des Buddhismus zum Schutz der Natur und Erhalt unserer menschlichen Lebensbedingungen besteht also weniger in bestimmten Handlungsanweisungen des Buddha, sondern darin, was er uns lehrt. Das bedeutet zu lassen, wovon er uns abhalten will: Weiterhin dem Weg zu folgen, uns die Erde untertan zu machen. Wenn wir eigenes Leiden überwinden wollen, können wir uns unserer Mitwelt gegenüber nicht verhalten wie Räuber und Vergewaltiger, sondern müssen uns als Freund und Partner erweisen.

In einer Lehrrede des Buddhas, in  Sedakha Sutra sprach Buddha über die Die rechte Vorgehensweise.

Auf sich selber achtend, achtet man auf die anderen. Auf die anderen achtend, achtet man auf sich selber.

Und wie achtet man, auf sich selber achtend, auf den anderen? Durch Pflege, durch Entfaltung, durch häufiges Tun. So, achte man, auf sich selber achtend, auf den anderen.

Und wie achtet man, auf den anderen achtend, auf sich selber? Durch Geduld, durch Gewaltlosigkeit, durch Liebe, durch Teilnahme. So, achtet man, auf den anderen achtend, auf sich selber.

Wenn wir die Natur lieben, liebt die Natur uns. Natur achtet uns.

Erfasst von : Francis Samarawickrama

Weder das rein intellektuelle Erfassen der Buddha-Lehre noch das Befolgen ihrer ethischen Richtlinien allein reicht für eine erfolgreiche Praxis aus. Im Zentrum des Buddha-Dharma stehen daher Meditation und Achtsamkeitspraxis. Von der Atembeobachtung über die Liebende-Güte-Meditation (metta), Mantra-Rezitationen, Gehmeditation, Visualisierungen bis hin zu thematisch ausgerichteten Kontemplation haben die regionalen buddhistischen Schulen eine Vielzahl von Meditationsformen entwickelt. Ziele der Meditation sind vor allem die Sammlung und Beruhigung des Geistes (samatha), das Trainieren klar-bewusster Wahrnehmung, des „tiefen Sehens“ (vipassana), das Kultivieren von Mitgefühl mit allen Wesen, die Schulung der Achtsamkeit sowie die schrittweise Auflösung der leidvollen Ich-Verhaftung.

Achtsamkeit (auch Bewusstheit, Vergegenwärtigung) ist die Übung, ganz im Hier und Jetzt zu verweilen, alles Gegenwärtige klarbewusst und nicht wertend wahrzunehmen. Diese Hinwendung zum momentanen Augenblick erfordert volle Wachheit, ganze Präsenz und eine nicht nachlassende Aufmerksamkeit für alle im Moment auftauchenden körperlichen und geistigen Phänomene.

Erfasst von : Francis Samarawickrama

Die Vergänglichkeit des Daseins, aller Phänomene, aller Teilchen ist damit angesprochen. Da wir Menschen die Vergänglichkeit jedoch noch nicht geistig erfahren haben, sind wir davon überzeugt, dass das Vergängliche unvergänglich ist. Der Mensch will ewig jung bleiben; er ist diesem Ideal verhaftet. So leiden er unter dem Älterwerden, den Wechseljahren, der Midlifecrisis, altersbedingte Krankheiten und Schwäche, die jeder von uns kennenlernt. Dieses körperliche Leiden wird umso größer, wenn man sich nicht der Vergänglichkeit des Körpers bewusst geworden ist.

Auch der Körper eines erleuchteten Menschen, wie der Buddha, ist dem Verfall unterworfen. Im hohen Alter von 80 Jahren wies er darauf hin, wie dieses Fahrzeug leidet, wie er zerfällt und überall schmerzt. Doch sein Geist litt nicht unter den körperlichen Schmerzen, da er die Vergänglichkeit bereits kennengelernt und erfahren hatte. Der Buddha konnte nur mehr lächeln. Er hat die Vergänglichkeit, Leidunterworfenheit und Nicht- Selbst verstanden.

Es erfordert große Überwindung, sich die Realität der Vergänglichkeit bewusst zu machen. Wir können die Vergänglichkeit das Entstehen und Vergehen, an der Flamme einer Kerze noch sehr gut wahrnehmen. Doch schon eine Glühbirne scheint ewig zu brennen. Ihr Licht scheint nirgends herzukommen, so dass die Illusion entsteht, es sei ja meine elektrische Energie, die da brennt und die ich hier verbrauche. Später wundert man sich dann über die hohe Stromrechnung, deren Kosten man bezahlen muss. Dies ist ein Beispiel für die Verblendung, die Illusion, in der wir leben und deren Kosten wir durch Leiden bezahlen müssen. Betrachtet man das fließende Wasser eines Stromes, so besteht kein Zweifel daran, dass es sich in jedem Moment um anderes Wasser handelt. Wie schwer ist es jedoch zu erkennen, dass auch der betrachtende Mensch in jedem Augenblick ein andere ist. Wechsel, Veränderung, Vergänglichkeit, Entstehen und Vergehen sind ein wesentliches Merkmal aller Phänomene. Eine schöne Blume ist leider auch keine Ausnahme; sie verblüht, und verwelkt. So werden in den buddhistischen Ländern dem Buddha Blumen als Symbol der Vergänglichkeit dargebracht. Anicca haftet auch den schönsten Dingen an. Sind wir diesem Schönen verhaftet, so bringt dessen Vergänglichkeit uns Leiden.

Der Buddha hat uns den Edlen Achtfachen Pfad gelehrt, der sich in drei Stufen unterteilen lässt, in Sila(Regeln), samadhi (Gestessammlung) und Weisheit.

Die Tatsache der Vergänglichkeit aller Phänomene besteht unabhängig davon, ob sie der Buddha uns gelehrt hat oder nicht. Die Wirklichkeit so zu sehen, wie sie tatsächlich ist, und nicht wie sie sein könnte oder sein sollte, ist das Ziel jeder wirklichkeitsgemäßen Erkenntnis. Würden wir Altern, Krankheit, Schmerzen, Sorgen und Kummer im täglichen Leben unter dem Aspekt der Vergänglichkeit, Unzulänglichkeit und Substanzlosigkeit erkennen, hätten wir die Ursache vieler Leiden beseitigt und wären dem wahren Glück ein großes Stück näher gekommen.

Erfasst von : Francis Samarawickrama